In den letzten Jahren sind Fotoshootings direkt im Krankenhaus immer beliebter geworden.
Nur wenige Stunden oder Tage nach der Geburt werden bereits professionelle Bilder gemacht, um diese ersten besonderen Momente festzuhalten. Und natürlich verstehe ich den Wunsch dahinter.
Die Geburt eines Kindes ist ein einmaliges Erlebnis. Die ersten Tage vergehen wie im Flug und viele Eltern haben Angst, diese kostbaren Momente zu verpassen. Trotzdem sehe ich Krankenhausfotos in den ersten Lebenstagen persönlich kritisch. Nicht weil dabei keine schönen Bilder entstehen. Sondern weil ich glaube, dass es in dieser sensiblen Zeit etwas gibt, das noch wichtiger ist als jedes Foto: Das Ankommen als Familie.
Die ersten Tage nach der Geburt sind für die Mutter Kind Bindung und die Vater Kind Bindung unglaublich wertvoll. Euer Baby lernt eure Stimmen kennen, eure Berührungen, euren Geruch und die Geborgenheit in euren Armen. Gleichzeitig lernt ihr euer Baby kennen. Ihr entdeckt seine Bedürfnisse, seine Signale und beginnt langsam euren gemeinsamen Rhythmus zu finden.
Für mich ist das eine Zeit, die vor allem Ruhe braucht. Ruhe zum Kuscheln. Ruhe zum Kennenlernen.
Ruhe für das Wochenbett. Und auch Ruhe für das Stillen.
Gerade in den ersten Tagen ist eine entspannte und ungestörte Umgebung oft unglaublich wertvoll, damit sich eine gute Stillbeziehung entwickeln kann. Viele Familien sind noch dabei, ihren Weg zu finden und jedes Baby bringt dabei seine ganz eigenen Herausforderungen mit. Deshalb bin ich der Meinung, dass äußere Reize in dieser Zeit möglichst reduziert werden dürfen.
So schön professionelle Fotos auch sind, sie bringen fast immer Erwartungen mit sich. Man fragt sich, ob das Baby mitmacht. Ob man selbst schon fit genug aussieht. Ob alles klappt. Ob die Bilder schön werden. Das ist völlig menschlich. Aber es bringt zwangsläufig auch etwas Unruhe in eine Phase, die eigentlich von Nähe, Geborgenheit und Kennenlernen geprägt sein sollte. Und ganz ehrlich? Ich finde, dass es in diesen ersten Tagen überhaupt nicht notwendig ist, sofort professionelle Bilder machen zu lassen. Die Kameras unserer Handys sind inzwischen so gut geworden, dass damit wunderschöne Erinnerungen entstehen können. Ein Foto von eurem Baby auf eurer Brust. Die kleine Hand in Papas Hand. Ein gemeinsamer Moment im Familienbett. Diese Bilder müssen nicht perfekt sein. Sie erzählen eure Geschichte. Und genau dafür reichen sie vollkommen aus.
Für ein professionelles Neugeborenenshooting bleibt danach immer noch genügend Zeit. Deshalb empfehle ich meinen Familien meistens, die ersten Tage des Wochenbetts bewusst für sich zu nutzen und erst etwa ab dem zehnten Lebenstag zum Shooting zu kommen. Dann habt ihr euch oft schon ein wenig kennengelernt. Das Stillen hat sich häufig etwas eingespielt. Ihr seid als Familie ein kleines Stück weit angekommen. Und genau das spürt man später auch auf den Bildern. Denn die schönsten Erinnerungen entstehen aus meiner Erfahrung nicht dann, wenn alles möglichst früh passiert. Sondern dann, wenn Mama, Papa und Baby sich sicher, geborgen und bereit fühlen. Die Fotos laufen euch nicht davon. Diese ersten Tage mit eurem Baby kommen jedoch nie wieder zurück. Und genau deshalb dürfen sie ganz euch gehören.
Wenn ihr euch schon während der Schwangerschaft mit dem Thema Neugeborenenshooting beschäftigt, ist das übrigens genau der richtige Zeitpunkt, um Kontakt zu mir aufzunehmen. Viele Familien melden sich bereits ab dem zweiten Trimester bei mir. So habt ihr genügend Zeit, euch in Ruhe alle Informationen anzuschauen und herauszufinden, ob meine Art zu fotografieren zu euch und euren Vorstellungen passt. Für das Shooting selbst müsst ihr euch dabei noch gar nicht auf einen festen Termin festlegen. Ich plane euch rund um euren errechneten Geburtstermin in meinem Kalender ein und sobald euer Baby geboren ist, suchen wir gemeinsam nach einem passenden Termin. So könnt ihr die ersten Tage ganz entspannt genießen und wisst trotzdem, dass euer Platz für ein Neugeborenenshooting bereits reserviert ist. Denn auch wenn die Fotos noch etwas warten dürfen, lohnt es sich, die Planung schon während der Schwangerschaft in Ruhe anzugehen.








